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Blog-Eintrag
13. November 2011: Tandemübungen for President!
Heute möchte ich euch von meinem Tandempartner Kenichi erzählen. Beziehungsweise davon, was wir als Tandempartner so machen. Mein Japanischlehrer Takeshi Yamamori hat uns Kursteilnehmern mal angeboten, Tandempartner zu vermitteln, also Japaner, die hier in Hamburg leben und erst seit kurzem Deutsch lernen. Dann trifft man sich regelmäßig und unterhält sich bilingual, um mehr Praxis zu bekommen. Ich habe mich darauf eingelassen und Yamamori-sensei nach einem solchen Tandempartner gefragt. Der hat mich dann an Kenichi verwiesen. Einen 38-jährigen Kardiologen, den er selbst noch nicht persönlich getroffen hat. Ich war mir nicht sicher, inwieweit Kenichis Deutsch-Kenntnisse zu meinen Japanisch-Kenntnissen passen, ab wann so eine Tandemübung überhaupt erst sinnvoll ist und wie genau man die dann angeht. Aber ich habe mich trotzdem sehr auf die Tandempartnerschaft gefreut.
Zunächst haben Kenichi und ich ein paar Mal telefoniert - eigentlich nur, um sich zu verabreden, aber die Gespräche wurden automatisch länger. Zum Lernen und Kennenlernen. Diese ersten Telefonate haben mir vorübergehend die Unsicherheit genommen und einen Eindruck davon vermittelt, wie so eine Tandempartnerschaft aussehen kann. Yamamori-sensei hat vorgeschlagen, dass jeder erstmal seine Muttersprache spricht und der andere nur zuhört. Das hat sich in unserem Fall aber schnell als schwierig erwiesen, denn auch wenn man langsam und deutlich spricht, kann man ja nicht wissen, welche Vokabeln und Regeln der andere überhaupt schon kennt. Meine Idee war dann also, es anders herum zu machen: Jeder spricht die Fremdsprache, und der andere korrigiert dann. Aber auch das war nicht das Gelbe vom Ei. Jeder spricht beide Sprachen. Immer so, wie es gerade passt. Und manchmal, sehr selten, auch kurz Englisch, um sich nach einem Thema nochmal abzusichern. So funktioniert es bei uns ganz gut.
Als das erste Treffen anstand, fühlte ich mich dann doch wieder unsicher. Ich fragte mich, ob ich überhaupt schon genügend auf Japanisch sagen kann, um mich wenigstens einigermaßen ausdrücken und die Zeit für beide sinnvoll nutzbar machen zu können. Und ob ich den richtigen Tandempartner erwischt habe. Aber das erste Treffen war toll. Kenichi ist wirklich freundlich und locker. Und irgendwie passiert es automatisch, dass man sich an den Stand des anderen anpasst. Es hat gleich Spaß gemacht und ich habe direkt viel Neues gelernt. Dadurch, dass man es "erlebt" und nicht nur in einem Buch liest, kann man sich die neuen Vokabeln und Regeln viel schneller einprägen. Ich kann so eine Tandempartnerschaft als begleitende Übung nur empfehlen.
Das Beste: Kenichi liest gerne Manga! Und zwar die politischen, realistischen für Erwachsene. Er hat mir einen davon mitgebracht. Wenn ihn seine Familie besuchen kommt, bringt sie wohl weitere mit. Das nennt man einen netten Nebeneffekt. ^_-
